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Lebensrettende Sofortmaßnahmen (LSM)

Die Lebensrettenden Sofort-Maßnahmen sind zusammen mit dem Absetzen des Notrufs der erste Teil der viergliedrigen Rettungskette. Die sogenannte Rettungskette besteht nach den Sofortmaßnahmen aus Erster-Hilfe, der Hilfe durch den Rettungsdienst mit dem Transport ins Krankenhaus. Die Pflege im Krankenhaus ist der finale und längste Teil der Kette, die optimaler Weise nahtlos ineinander greift.
Der deutsche Gesetzgeber erachtet die Lebensrettenden Sofortmaßnahmen als sehr wichtigen Aspekt innerhalb der Rettungskette. Dem Ersthelfer, also der Person die als erstes an einer Unfallstelle eintrifft, wird eine große Bedeutung beigemessen. Neben dem Retten von Leben dient es auch zur Verhinderung von weiteren Gefahren bei Autounfällen. Aus diesem Grund ist jeder Führerscheinanwärter verpflichtet einen LSM-Kurs abzulegen. 

Nur mit der Bestätigung dass ein solcher Kurs belegt wurde, kann der Führerschein erworben werden. Dieses ist im §19 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) geregelt. Im Wortlaut heißt es, dass „Jeder Bewerber um eine Fahrerlaubnis der Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L oder T  an einer Unterweisung in lebensrettende Sofortmaßnahmen (LSM Kurs) teilnehmen muß“. Soll der Führerschein der Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE oder D1E erlangt werden, muss der Führerscheinanwärter gar an einer Ausbildung in Erster Hilfe teilnehmen. Die beiden Kurse unterscheiden sich in der Länge (6 Stunden vs. 12 Stunden) und der inhaltlichen Tiefe.

Absetzen des Notrufs

Die schnelle Alarmierung der Rettungskräfte, der Polizei und Feuerwehr ist von elementarer Wichtigkeit. Je schneller professionelle Helfer am Unfallort eintreffen, desto besser. 

Als zentrale Notrufnummer ist die „112“ zu wählen. Das funktioniert von jedem Festnetz- oder Mobiltelefon aus. Hierbei ist es nicht nötig eine Vorwahl zu wählen. Der Anruf wird an die nächstgelegene Rettungsleitstelle weitergeleitet. Die Polizei ist unter „110“ bundesweit erreichbar.Sobald Sie die Rettungsleitstelle erreicht haben, gilt es die Unfallmeldung nach dem fünf W-Prinzip abzusetzen. Das bedeutet, dass folgende Informationen in der Meldung enthalten sein sollten:

  1. Wo ist der Verkehrsunfall geschehen? Seien Sie hierbei möglichst präzise und nennen Sie die Stadt, die genaue Straße mit Hausnummer.
  2. Was ist passiert? Erläutern Sie was passiert ist und wie sich der Unfall zugetragen hat. Dadurch kann sich der Rettungsdienst ein schnelles Bild der Situation verschaffen.
  3. Wie viele Verletzte gibt es?
  4. Welche Art von Verletzungen haben die Verunfallten? Handelt es sich um leichte Verletzungen oder doch um etwas Schweres oder gar Lebensbedrohliches? Dadurch können die passenden Ressourcen an den Unfallort geschickt werden und alles notwendige im Krankenhaus vorbereitet werden
  5. Warten Sie dann noch auf Fragen und legen nicht gleich auf. Es ist gut möglich, dass nicht alles von der Leitstelle verstanden wurde und weitere Erläuterungen notwendig sind. Hinterlassen Sie ggf. noch eine Rufnummer unter der Sie erreichbar sind.

Üben Sie das korrekte Absetzen des Notrufs in Ihrem Kurs für Erste-Hilfe oder dem verkürzten Pendant Lebensrettende Sofortmaßnahmen zusammen mit ihrem qualifizierten Ausbilder. Auch hier gilt: Übung macht den Meister.

Ist ein LKW in den Unfall involviert, der Gefahrengüter transportiert (z.B. Chemikalien oder leicht entflammbare Materialien), so ist dieses durch eine orangefarbene Tafel an den Seiten des LKWs und am Heck gekennzeichnet. Die Nummernkombination auf den Warntafeln erklärt hierbei um welches Gefahrengut es sich handelt. Diese Information ist unbedingt der Rettungsleitstelle mitzuteilen, so dass die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Bitte lassen Sie besondere Vorsicht bei der Rettung von Verletzten walten, sobald ein Gefahrgut LKW in den Unfall involviert ist. 

Erkennen und Reaktion auf Bewusstlosigkeit

Sie erkennen die Bewusstlosigkeit eines Verletzten wenn er nicht mehr ansprechbar ist und nicht auf verbale Ansprache oder leichte Schmerzreize wie leichtes Schütteln oder Drücken reagiert. Die größte Gefahr von Bewusstlosigkeit geht von der völligen Erschlaffung sämtlicher Muskeln aus. Hiervon kann zum Beispiel auch die Zunge betroffen sein, was im weiteren Verlauf zum Ersticken führen kann. Gleiches gilt wenn Blut oder Erbrochenes durch den Patienten nicht mehr ausgeschieden oder abgeatmet werden kann. 

Wenn Sie die Bewusstlosigkeit feststellen müssen Sie im Mund-Rachen Raum überprüfen, ob die verschluckte Zunge, Gegenstände oder Erbrochenes die Atmung behindern. Durch das Überstrecken des Kopfes spüren Sie den Atem an ihrer Wange. Am Brustkorb sehen Sie die Atembewegungen.

Stabile Seitenlage
Wenn Sie erkennen, dass der Betroffene noch atmet, darf er keinesfalls auf dem Rücken liegen. Die Gefahr des Erstickens ist gegeben! Vielmehr müssen Sie den Betroffenen behutsam, aber schnell so lagern dass Flüssigkeiten (z.B. Speichel, Blut, Erbrochenes) aus dem Mund abfließen können und die Zunge die Atemwege nicht verlegen kann. Dieses erreichen Sie durch die stabile Seitenlage. Wiederholen Sie die Ausführung der stabilen Seitenlage im Kurs für Lebensrettende Sofortmaßnahmen. Nur so können Sie sicher sein, diese auch im Notfall perfekt auszuführen.

Störung der Atmung
Durch die Atmung wird der Körper mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig wird Kohlendioxid aus dem Körper ausgeschieden. Gesteuert wird die Atmung vom Atemzentrum im verlängerten Rückenmark. 
Die Ursachen für einen Atemstillstand sind vielfältig. Beispielsweise kommen die Erstickungsgefahr in Folge einer Bewusstlosigkeit, das Ersticken durch Fremdkörper oder das Ertrinken ebenso infrage wie Verletzungen der Lunge oder allergische Reaktionen mit Schwellung der Atemwege, etwas nach einem Insektenstich im Rachenraum oder einer allergischen Reaktion. Aber auch akute Erkrankungen oder Vergiftungen können zu einem Atemstillstand führen.
Der durch den Atemstillstand eintretende Sauerstoffmangel kann sehr schnell zum Tod führen, da der Körper ja keine Sauerstoffreserven hat. Bereits nach wenigen Minuten besteht die Gefahr von irreversiblen Schäden des Gehirns. 

Ein erstes Anzeichen für einen Atemstillstand ist das bläulich blasse Aussehen des Betroffenen im Gesicht – vor allem an Lippen und Oberläppchen erkennbar. Dies ist auf Sauerstoffmangel zurückzuführen. Nachdem Sie den Betroffenen angesprochen haben und festgestellt haben, dass er bewußtlos ist, müssen Sie die Atmung kontrollieren. Öffnen Sie den Mund und entfernen Sie gegebenenfalls vorhandene Fremdkörper oder Erbrochenes. Sie machen das am besten dadurch, dass Sie mit einer Hand an die Stirm und mit der anderen Hand unter den Unterkiefer fassen und den Kopf nackenwärts beugen. So machen Sie die Atemwege frei. Sie sollten die Atmung dabei genau beobachten, da sie durch diesen „lebensrettenden Handgriff“ manchmal bereits wieder einsetzt. Beatmen Sie jetzt zweimal.

Was Sie über die Atmung wissen sollten:
Ein Erwachsener atmet ca. 15-Mal in der Minute. Dabei wird  0,6-1 Liter Luft pro Atemzug eingeatmet und auch wieder ausgeatmet.  Ein Kind atmet ungefähr 20-30 Mal pro Minute, allerdings nur 0,1 bis 0,4 Liter. Das ist abhängig vom Alter und der Größe des Kindes. Ein Säugling atmet ca. 40 Mal pro Minute etwas 20-40 Milliliter Luft (0.02-0,04 Liter) je Atemzug.
 
Lebenszeichen prüfen
Sollten Sie trotzdem immer noch keinen Atemzug spüren oder keine Atembewegungen erkennen und keine sonstigen Lebenszeichen wie Bewegungen, Schlucken, Husten oder Atemgeräusche feststellen und keinen Puls an der Halsschlagader tasten – den Puls sollten Sie nur prüfen wenn Sie darin ausgebildet sind – müssen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Dieses gilt im Zweifelsfall auch, wenn Lebenszeichen fehlen und Sie beim Pulsfühlen unsicher sind.
Wenn Sie einen Pulsschlag feststellen, führen Sie unverzüglich eine Beatmung (Mund-zu-Nase Beatmung oder Mund-zu-Mund-Beatmung) durch und beachten Sie weiterhin die Lebenszeichen.

Mund-zu-Nase-Beatmung
1.     Beugen Sie den Kopf des Betroffenen nackenwärts. Mit dem Daumen einer Hand verschließen Sie den Mund; die andere stabilisiert den Kopf.
2.     Dann atmen Sie ein, setzen Ihren geöffneten Mund um die Nase herum dicht auf und blasen Ihre Ausatemluft in die Nase des Betroffenen.
3.     Mund zu Mund Beatmung: Verschließen Sie mit Daumen und Zeigefinger die Nase des Betroffenen. Mit der anderen Hand öffnen Sie seinen Mund.
4.     Setzten Sie Ihren Mund vorsichtig auf den Mund des Betroffenen. Blasen Sie Ihre Ausatemluft – ohne zu großen Druck – in den Mund des Betroffenen. Aber Vorsicht: Ein zu hoher Druck kann leicht dazu führen, dass Luft in den Magen des Betroffenen gelangt. 

Störungen von Herz-Kreislauf
Das Herz-Kreislauf System versorgt unseren Körper mit Sauerstoff und ist somit von elementarer Wichtigkeit für das Überleben eines Menschen. Sollte eine Dysfunktionalität vorliegen, werden lebenswichtige Organe nicht oder nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt. Wenn das Herz nicht mehr schlägt ist also rasche Hilfe geboten. Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten wurden z.B. für Herzinfarkt-Patienten in den letzten Jahren immer weiter verbessert. Allerdings muss der Patient die Zeitspanne, bis die notärztliche Hilfe greifen kann, überleben. Hierzu ist die Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig.
 
Lebensgefährdende Blutungen
Bedrohliche Blutungen entstehen durch Gewalteinwirkung auf den Körper. Bei Autounfällen ist dieses besonders durch stumpfe Gewalteinwirkung (z.B. ein Aufprall auf das Lenkrad) oder spitze Gewalteinwirkung durch Splitter oder scharfe Kanten möglich. Blutverlust kann lebensbedrohlich sein, da das menschliche Blut den lebenswichtigen Sauerstoff transportiert und ein hoher Blutdruckabfall Menschen ohnmächtig werden lässt. Bereits der Verlust weniger Liter Blut ist als akut lebensbedrohlich einzuschätzen.
Wenn Sie eine starke Blutung am Arm stoppen möchten, sollten Sie mit zwei Fingern die Arterie kurzzeitig abdrücken. Hierdurch wird die Blutung zeitweise gestoppt und Sie können mit der Versorgung der Wunde beginnen. Bei starken Blutungen ist das Anlegen eines Druckverbands sinnvoll. Hierfür verbinden Sie die Wunde erstmals im klassischen Sinne. Zusätzlich wird eine Verbandrolle aber als Druckmittel in den Verband mit eingerollt. Durch diesen verstärken Druckpunkt ist eine Unterbindung der Blutung schneller sichergestellt.

Alle oben dargestellten Inhalte erlernen Sie während eines Kurses für Lebensrettende Sofortmaßnahmen, abgekürzt "LSM Kurs". Er gibt das notwendige Rüstzeug um Leben zu retten. Dieses geschieht insbesondere bei Verkehrsunfällen oder in anderen Alltagssituationen wenn man nicht damit rechnet. Finden Sie mit Kursguru einen geeigneten LSM Kurs um ebenfalls Menschen in Not effektiv zu helfen.

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